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Kaum einer meiner Arbeitstage gleicht dem anderen ...

 

und diese Vielfalt schätze ich sehr. Sie spiegelt sich auch in meinem Handwerkszeug. Das reicht von Aussaatkästen und Gartenhandschuhen über die Floristenschere bis hin zu meiner Spiegelreflexkamera. Morgens stehe ich in Gummistiefeln auf meinem Blumenfeld und bringe selbstgezogene Setzlinge in die noch kühle Erde, mittags stelle ich Requisiten und Rückwände für ein Shooting zusammen und in den Nachmittagsstunden arrangiere ich frisch geschnittene Blumen zu Stillleben, die als Teil einer Fotostrecke für den Abdruck in Magazinen vorgesehen sind oder als Fine Art Prints das Portfolio meines Shops erweitern sollen. Danach geht es zum Feinschliff an den Computer. Ich bearbeite die Bilder des Tages bis ich mit Bildschärfe, Sättigung und Kontrast zufrieden bin. Das ist neben dem eigentlichen Gestalten mit den Blumen oft der entscheidende Schritt hin zu einem Motiv, dessen Ästhetik meine Handschrift trägt.  

Es ist jede einzelne Tätigkeit auf dem Weg hin zum "perfekten" Motiv ...

die mich ausfüllt und die mir Lust auf jeden neuen Tag macht. Das klingt nach Blumenromantik - aber jeder, der schon einmal selbst Blumen gezogen hat, weiß, dass hinter jeder einzelnen Blüte viel Geduld und harte Arbeit steckt. Der Weg vom unscheinbaren Samen bis hin zur fotogenen Blütendiva ist weit, im wahrsten Sinne des Wortes oft steinig, aber sehr erfüllend und lohnenswert. Drücke ich dann endlich auf den Auslöser meiner Kamera, steckt in meinen Arrangements auch immer so etwas wie "florales Drama". Ein Grund dafür könnte darin liegen, dass ich ursprünglich Theaterwissenschaften studiert habe. Nach dem Abitur träumte ich davon, als Dramaturgin am Theater zu arbeiten. Anstatt einem Bühnenstück verleihe ich heute floralen Arrangements meine dramaturgische Handschrift. Auch wenn es so scheinen mag, dass ich weit neben meinem eigentlichen beruflichen Ziel gelandet bin, so kann ich heute doch voller Überzeugung sagen, dass ich glücklich und dankbar angekommen bin in einem beruflichen Alltag, der sich aufspannt zwischen den handwerklichen Fähigkeiten des Anbaus saisonaler Schnittblumen, der schöpferischen floristischen Gestaltung mit der eingebrachten Blumenernte und ihrer fotografischen Inszenierung. 

 

Lange habe ich mit Blumen gearbeitet,  die ich über Floristen bezog ...

 

aber dann kam für mich, wie für viele andere auch eine Zeit, die mich zwang, alte Gewissheiten zu hinterfragen. Als vor zwei Jahren die Pandemie unseren gewohnten Alltag abrupt ausbremste, fand ich Ablenkung und Zuversicht in der Vertiefung meiner Kenntnisse zum Gestalten mit Blumen. Ich schrieb mich für verschiedene Online Kurse zu diesem Thema ein. Am prägendsten war dabei die Arbeit der britischen Designerin Brigitte Gerling, die mit ihrer Kursserie " A year learning from nature"  völlig neue kreative Impulse setzte. Ich lernte Blumen in einem sehr natürlichen, garten-inspirierten Stil zu arrangieren und dabei nachhaltige Materialien und Techniken anzuwenden. So war der nächste Schritt nur folgerichtig.       

Vor zwei Jahren begann ich dann mit dem Anbau meiner eigenen Schnittblumen ...

 

zunächst nur in meinem Garten und ab Frühjahr 2021 auch auf einem kleinen, gepachteten Blumenfeld. Die unmittelbare Verbindung von Anbau und kreativem Gestalten erschloss mir einen neue Welt. Etwas, in das man so viel Herzblut und Arbeit steckt, dem kann man nur mit tiefer Wertschätzung begegnen. Ich begriff die Blume nicht länger nur als ästhetisches Objekt vor meiner Linse, sondern als Teil einer Natur, der es immer schwerer fällt, sich unter dem Nutzungsdruck des Mensch zu behaupten. Und so hat sich nicht nur meine Art mit Blumen zu gestalten verändert, sondern auch meine Überzeugung vertieft, dass wir nur Hand in Hand mit der Natur und im Einklang mit dem Rhythmus der Jahreszeiten arbeiten können, wenn wir es ernst meinen, mit dem Schutz unserer Umwelt und einem gelebten Gegenentwurf zu klimaschädlichen Arbeitsweisen.

So liegt es mir heute am Herzen  ...

 

mein Wissen und meine Erfahrungen auch mit anderen Blumenbegeisterten zu teilen. Ab Sommer 2022 biete ich Workshops an, die Elemente des Floral Designs und nachhaltige floristische Techniken ebenso abdecken sollen wie die Beschäftigung mit den Grundzügen der professionellen Blumenfotografie. Für meine Fotoproduktionen für deutsche und internationale Magazine arbeite ich ausschließlich mit natürlichem Tageslicht. Das gilt auch für die Motive, die als Fine Art Prints gedruckt und die in meinem Shop erhältlich sind. Schaut einfach mal im Shop vorbei, vielleicht habt ihr ja beim Betrachten eines der Motive genauso viel Freude wie ich beim Arrangieren und Fotografieren.

Noch mehr über meine berufliche "Reise" erfahrt ihr auf:

 

 

www.floralkin.com

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